Venen & Flugreisen

Warum fragen so viele Menschen bei Reisen mit einem Flugzeug

ob sie eine Blutverdünnungsspritze mithaben sollten? Warum fragen sie nicht danach, wenn sie mit dem Privatauto, mit dem Reisebus oder mit der Eisenbahn unterwegs sind?

Die Angst um die Reisethrombose

ist im Verhältnis unbegründet. Die Angst um eine Thrombose bei einer Flugreise ist nicht signifikant höher, als mit Bus, Bahn oder eigenem Auto. Sie ist auch nicht begründet, wenn man bislang noch nie unter einer nennenswerten Venenkrankheit litt. Besenreiser und Krampfadern sind kein Grund für eine Sorge, eine Reisethrombose zu bekommen, selbst Patienten mit daumendicken Krampfadern steigen zu tausenden ohne tiefer Beinvenenthrombose aus Flugzeugen aus. Allerdings haben Menschen mit fortgeschrittenen Krampfadern häufig mehr Beschwerden wie Schweregefühl und Schwellneigung. Aus diesem Grund ist das Tragen eines Kompressionsstrumpfes bei Langstreckenflügen zu empfehlen, und viele Passagiere danken es, am anderen Ende leichteren Fußes die letzten beschwerlichen Meter durch den Terminal bis ins nächste Bett schreiten zu dürfen.

Die Blutverdünnungsspritze gegen die Reisethrombose

ist nur bei jenen Menschen angezeigt, die bereits mindestens eine Thrombose erlitten haben, die ein nachweislich erhöhtes Risiko haben, die sich von einem Venenexperten (Phlebologen), Angiologen, Gefäßchirurgen oder Gerinnungsspezialisten untersuchen haben lassen und von ihm/ihr die Empfehlung dazu bekommen haben. In diesem Fall brauchen sie aber die Thromboseprophylaxe auch bei längeren Reisen (mehr als 4 – 6 Stunden) mit anderen Fahrzeugen.

Allen Reisenden ist bei längeren Reisen zu empfehlen

genügend zu trinken, zwischendurch ein paar Minuten Bewegung durch Gehen oder Gymnastik einzuschalten, Kompressionsstrümpfe bis zum Knie zu tragen und wenn möglich die Beine höher zu lagern – das gilt allerdings grundsätzlich für jede Form des Transports! Flüge in der First oder Business Class erlauben sehr viel mehr Beinfreiheit und stellen somit hier überhaupt kein signifikantes Risiko dar.

Zur genaueren Erklärung: In Passagierflugzeugen herrscht in +/-10.000 Metern Reiseflughöhe ein Kabinendruck, der einer Seehöhe von ca. 2.000 Metern entspricht. Draußen aber ist der Atmosphärendruck lediglich 0,5 atm, dadurch ist die Feuchtigkeit der komprimierten Atemluft in der Druckkabine nur ca. 15% – der einzige Unterschied zu Bahn, Bus oder Auto – jedoch leicht ausreichend für einen störungsfreien Transport bei genügender Flüssigkeitszufuhr.