Venen – Venenfunktion

Venen sind röhrenförmige Leitungssysteme mit dünner, elastischer, perlmutfarbener Wandoberfläche und durch zarte Muskelfasern kontraktionsfähig. Ihre Farbe verdanken die Venen dem dunkelroten, sauerstoffarmen Blut, das mit vielen Abfallstoffen aus dem Zellstoffwechsel beladen ist. An den Beinen und Armen sind sie mit Ventilen, sogenannten Venenklappen ausgestattet, die den Blutstrom nur in Richtung Herzen zulassen.
Im Stehen erfolgt in den Venen ein “passiver” Rückstrom des Bluts durch hauptsächlich mechanische Pumpwirkung der Beinmuskulatur (Muskelpumpe), im Liegen “sickert” das Blut förmlich von selbst zum Herzen zurück. Beinhoch- bzw. -flachlagerung entlastet die Beine, langes Sitzen auf Stühlen und Stehen macht sie schwer und müde.
Am Boden Sitzen, Liegen, Gehen und Laufen, Radfahren und andere dynamische Sportarten sind gesund. Moderne Kompressionsbekleidung und Barfußgehen auf weicher Unterlage optimieren die Venenfunktion. Wechselbäder mit abwechselnd warmem und kaltem Wasser fördern die Kontraktionsfähigkeit der Venen und trainieren ebenfalls den Rückstrom.
Venen bilden zunächst ein Netzwerk, das später in Ästen zu Stämmen zusammenläuft. Das oberflächliche Venensystem liegt in und unter der Haut, außerhalb der Muskulatur und transportiert bestenfalls 10% des zurückströmenden Bluts. Das tiefe Venensystem ist in die Muskulatur eingebettet und transportiert den Großteil der Extremitätenblutmenge.

